Gesundheit
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Epilepsie bei Katzen

Auch Katzen können an Epilepsie erkranken. Je nach Ursache ist diese Krankheit nicht heil-, aber wenigstens behandelbar. Das Allerwichtigste: Epilepsie ist kein automatisches Todesurteil! Es gibt vieles, was du für deine Samtpfote tun kannst.

Epilepsie bei Katzen

Ursachen

Man unterscheidet zwei Formen der Epilepsie:

Primäre (idiopathische) Epilepsie

Sie ist vermutlich erblich bedingt. Bei einer entsprechenden Untersuchung sind keine hirnorganischen Veränderungen feststellbar. Nur ein sehr kleiner Teil von Katzen mit Epilepsie leidet unter dieser Form.

Sekundäre (erworbene) Epilepsie

Für diese Form kommen zahlreiche Auslöser in Frage. Dazu gehören Vergiftungen, die Folgen einer Narkose oder Impfung, Schädelverletzung, Futterallergie, Stoffwechselstörung, Diabetes und Infektionskrankheiten (vor allem FIP, die feline infektiöse Peridonitis).

Anzeichen für einen bevorstehenden Anfall

  • Nervosität und ungewöhnliche Schreckhaftigkeit
  • Glasiger Blick
  • Die Katze will nicht am Kopf gestreichelt werden
  • Appetitmangel
  • Kein Kotabsatz über 1-2 Tage
  • Eventuell vorhandene Artgenossen zeigen der Katze gegenüber Aggressionen

Was tun bei einem Anfall?

Leichter gesagt als getan: Ruhe bewahren. Wirst du selbst ängstlich und hektisch, überträgt sich das auf deine Katze, auch wenn sie in dem Moment nicht ansprechbar ist. Meist verkrampft sich bei einem Anfall der gesamte Körper, sie liegt mit hochgebogenem Nacken auf der Seite oder dem Bauch, die Beine sind steif ausgestreckt. Die Muskulatur zuckt und es werden enorme Kräfte frei. Nimm möglichst Gegenstände weg, an denen sich das krampfende Tier verletzten könnte. Fasse es während des Anfalls nicht an, wenn deine Hände ungeschützt sind. Manche Katzen beißen krampfhaft zu oder krallen sich fest und lösen die Kiefer- und Pfotenmuskulatur erst nach Abklingen des Anfalls wieder.

Manche Tiere bekommen regelrechte Renn-Anfälle und rasen mit irrer Geschwindigkeit gegen die Wände, Möbel, Türen usw. Sollte deine Katze dazugehören, suche dir einen großen Karton, dessen Wände du mittels weicher Materialien zur „Gummizelle“ machen kannst. Diesen Karton kannst du dann über die Katze stülpen und festhalten, bis der Anfall vorüber ist.

Nach dem Anfall

Deine Samtpfote verbraucht während eines Anfalls eine immense Menge an Energie – vergleichbar mit einem Menschen, der einen Marathonlauf absolviert. Sie wird danach unbedingt fressen wollen. Lasse sie so viel fressen, wie sie mag. Am besten eignet sich hier Nassfutter, da Trockenfutter im Magen aufquillt und durch die große Menge Magenbeschwerden verursachen könnte.

Diagnose

Epilepsie zu diagnostizieren ist nicht einfach und sehr langwierig. Deshalb solltest du im Verdachtsfall nach einem Tierarzt suchen, der in diesem Bereich Erfahrung hat. Zunächst wird er ein großes Blutbild machen sowie Kot und Urin untersuchen. Sind die Anfälle beispielsweise durch eine Vergiftung oder Stoffwechselstörung ausgelöst, klingen sie nach der Behandlung der Grunderkrankung wieder ab. Wird bei dieser Ausschlussdiagnostik kein Auslöser für die Anfälle gefunden, kann über die Untersuchung der Gehirnflüssigkeit nach Entzündungsanzeichen, mit bildgebenden Verfahren wie MRT oder CT nach Veränderungen oder Verletzungen des Gehirns gesucht werden.

Behandlung

Hat deine Katze nur selten Anfälle, wird der Tierarzt im Allgemeinen von einer Behandlung abraten. Bei häufiger auftretenden und/oder schweren Anfällen erhält die Katze ein Phenobarbital- oder Diazepam-Präparat. Das Medikament muss immer zur selben Zeit verabreicht werden, damit sich ein gleichbleibender Wirkstoffspiegel aufbauen kann. Dies kann 10-14 Tage dauern und vor anfangs kann das Medikament deine Katze sehr müde machen.

Auch kann es etwas dauern, bis die richtige Dosierung für deine Katze gefunden ist. Du darfst allerdings keinesfalls ohne Absprache mit dem Tierarzt die Dosierung erhöhen. Ist zum Beispiel der Phenobarbitalspiegel zu hoch, kann das Medikament deiner Katze gefährlich werden. Der Tierarzt wird vor einer Erhöhung der Dosis deshalb in der Regel den Phenobarbitalspiegel im Blut prüfen.

Zusätzliche Hilfe

Parallel zur oben beschriebenen Behandlung kannst du deine Katze auf vielfältige Weise zusätzlich unterstützen.

  • Vor allem ist ein ruhiges Umfeld wichtig. War deine Samtpfote bisher ein Freigänger, so sind diese Zeiten leider vorbei. Stelle dir vor, das Tier erleidet draußen einen Anfall und verletzt sich schwer oder läuft orientierungslos umher und findet nicht nach Hause …
  • Um für Entspannung zu sorgen, kannst du deiner Katze leichte Massagen zukommen lassen. Am besten bewährt haben sich die sogenannten TTouches.
  • Ein erfahrener Tierheilpraktiker kann deine Katze mit homöopathischen Mitteln unterstützen, was die Anfallshäufigkeit weiter senken kann.
  • In einigen Fällen wurde auch von guten Erfolgen durch Akupunktur berichtet. Wenn deine Samtpfote eine solche Behandlung mitmacht, ohne dabei großen Stress zu erleiden, ist das sicher einen Versuch wert.

Titelbild © niamwhan – Panthermedia.net

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