Ernährung
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Ältere Katzen richtig ernähren

Das Alter ist keine Krankheit, sondern ein natürlicher Vorgang. Trotzdem fürchten wir uns vor unserem eigene Altern und dem unserer vierbeinigen Lieblinge. Deshalb neigen wir dazu, die Augen so lange wie möglich vor diesem Prozess zu verschließen. Unsere Katzen machen uns dies oft leicht, denn die Anzeichen des Alters sind bei ihnen nicht so deutlich wie beispielsweise bei Menschen oder Hunden. Leider kann genau das dazu führen, dass wir bestimmte gesundheitliche Probleme übersehen – oder einfach nicht erkennen wollen.

Ältere Katzen richtig ernähren

Aus Zuneigung zu deiner Katze solltest du den Tatsachen ins Auge sehen. Dann steht mit etwas Glück einer langen, entspannten und erfüllenden Zeit mit deinem Katzensenior nichts im Wege.

Grundsätzliches zur Ernährung älterer Katzen

Katzen sind Individuen. Wie wir Menschen altern sie in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Als grobe Faustregel könnte man eine 9- bis 10-jährige Katze als alterndes Tier bezeichnen, eine 12- bis 13-jährige Katze als alt.

Solltest du die Ernährung deiner Katze anpassen, wenn sie älter wird? Handelsübliche Fertigfutter für Katzensenioren enthalten meist weniger Protein als die Futtermittel für jüngere Katzen. In Wirklichkeit gibt es aber keine belastbaren Forschungsergebnisse, die beweisen, dass sich der Nährstoffbedarf einer gesunden älteren Katze von dem einer jüngeren erwachsenen Katze unterscheidet. Ganz grundsätzlich solltest du jedoch darauf achten, dass das Futter für deinen Senior besonders hochwertig ist und genügend Mineralstoffe und Vitamine enthält, da es im Alter meist schlechter verwertet werden kann als in der Jugend.

Übergewicht

Oft ändern die Gewohnheiten deiner alternden Katze. Sie bewegt sich nicht mehr so viel; der Stoffwechsel wird träger. Von Natur aus sind Katzen Jäger, die über den Tag hinweg alles fressen, was sie an meist kleinen Beutetieren erwischen können. Heutzutage verbringen viele ältere Katzen einen großen Teil ihrer Zeit in der Wohnung, statt den ganzen Tag mit knurrendem Magen umherzustreifen. Das oft recht kalorienreiche Trockenfutter ist stets zugänglich. Eine Folge dieses Lebensstils kann Übergewicht sein.

Falls es dir zeitlich möglich ist, solltest du versuchen, die täglichen Mahlzeiten auf mehrere kleine Portionen zu verteilen. Vielen älteren Wohnungskatzen genügen etwa 50 kcal pro Kilogramm und Tag. Betrachte diesen Wert als Grundlage und passe ihn gegebenenfalls individuell an. Dabei solltest du ein waches Auge auf die Aktivität deiner Katze haben. Bewegt sie sich im Alter weniger, reduzierst du die Futtermenge entsprechend.

Verminderter Appetit

Manche alten Katzen haben ein ganz anderes Problem: Auch unsere Stubentiger können unter einer Art Demenz leiden. Manchmal vergessen sie dann zu fressen. Das ist nicht ganz ungefährlich – Katzen, die zu lange keine Nahrung aufnehmen, können an einer Fettleber erkranken.

Selbstverständlich gibt es noch zahlreiche andere Gründe, warum eine Katze plötzlich oder allmählich keinen Appetit mehr zeigt – Nierenerkrankungen, Infektionen oder Zahnerkrankungen beispielsweise. Aber auch Harmloseres wie ein leicht behebbarer Vitamin-B-Mangel oder eine natürliche Abnahme von Geruchs- und Geschmackssinn können dahinterstecken. Lasse deine Katze gründlich von deinem Tierarzt untersuchen und bitte um einen geriatrischen Checkup, eine Blutuntersuchung, die speziell auf die Probleme älterer Tiere abgestimmt ist.

Hoffen wir, dass die Mäkeligkeit deiner Katze einfach eine Altersmarotte bzw. der verminderten Sinnesleitung geschuldet ist – dann hast du mehrere Möglichkeiten, sie wieder für die Mahlzeiten zu begeistern: Probiere es einmal mit leicht angewärmtem Futter oder mische (in kleinen Mengen!) stark riechende Zutaten wie Leber oder Fisch darunter. Beim Tierarzt gibt es auch appetitanregende Nahrungszusätze bzw. für schwere Fälle Medikamente.

Nierenprobleme

Nierenversagen ist leider eine der häufigsten Krankheiten älterer Katzen. Berate dich auf jeden Fall mit deinem Tierarzt; es handelt sich um ein ernstzunehmendes Problem, das du nicht im Alleingang angehen solltest.

Wegen der reduzierten Fähigkeit der Nieren, Flüssigkeit zu speichern, dehydrieren Katzen mit chronischen Nierenerkrankungen schneller. Deshalb ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wesentlich. Da Katzen von Natur aus viel Flüssigkeit mit ihrer Nahrung aufnehmen, solltest du nierenkranke Katzen möglichst nicht mit Trockenfutter ernähren.

Der zweite wichtige Baustein in der Ernährung nierenkranker Katzen sind leicht verdauliche Proteine. Es gibt handelsübliche Nierendiätfutter, die aber von vielen Katzen nicht akzeptiert werden. Die Folge kann ein gefährlicher Gewichtsverlust sein. Eine Alternative ist leicht verdauliches, selbstgekochtes Fleisch in Maßen – geeignet sind etwa Geflügel- und Kaninchenfleisch. Da die meisten Experten der Ansicht sind, dass die Proteinzufuhr bei chronischen Nierenerkrankungen reduziert werden sollte, sollte die Energieversorgung durch hochwertige Fette ergänzt werden.

Zuletzt ist auch die Verringerung des Natrium- und Phosphorgehalts in der Nahrung wichtig. Nierenkranke Katzen können einen Überschuss dieses Minerals nicht mehr ausscheiden und kumulieren es in ihrem Blut. Eine Hyperphosphatämie ist die Folge. Sie kann zu Appetitlosigkeit, Koordinationsstörungen, Schwäche und Zuckungen führen. Es gibt Medikamente, die dem entgegenwirken sollen; die Grundlage ist jedoch stets ein reduzierter Phosphatgehalt der Nahrung.

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