Gesundheit
0

Giardien – Darmparasiten beim Hund erkennen und behandeln

Eine sehr verbreitete, aber leider oft zunächst unberücksichtigte Darmerkrankung des Hundes ist die Giardiose. Giardien sind einzellige Parasiten, die im Dünndarm siedeln. Der am häufigsten auftretende und sowohl bei unseren Hunden, Katzen und anderen Säugetieren wie auch bei uns Menschen auftretende Stamm wird mit Giardia intestinalis oder auch Giardia lamblia bezeichnet. Dem Stamm Giardia canis dienen ausschließlich Hunde als Wirt. Die Giardiose gilt als Zoonose. Das bedeutet: Auch du kannst dich theoretisch bei deinem Hund anstecken, wenn er mit Giardia intestinalis infiziert ist.

Giardien – Darmparasiten beim Hund erkennen und behandeln

Symptome

Typisch für einen Giardienbefall ist in unregelmäßigen Abständen auftretender Durchfall. Oft ist der Kot dabei von Schleim überzogen oder schaumig, er ist gelblich und riecht faulig. Ebenfalls kann blutiger Kot auftreten. Vor allem bei jungen Hunden und Hunden mit geschwächtem Immunsystem kommt es zu Erbrechen und plötzlicher Gewichtsabnahme. Ist der Hund ansonsten gesund und das Immunsystem intakt, verläuft eine Giardiose allerdings unter Umständen vollständig symptomfrei.

Ansteckung

Die Zysten, die von befallenen Tieren ausgeschieden werden (Dauerform der Giardien, bestehend aus einem Giardienpaar, das mit einer Schutzhülle umgeben ist), befinden sich zum Beispiel in Pfützen sowie im Oberflächenwasser von Seen und Teichen oder im Kot anderer Tiere. Je nach Umgebung sind diese Zysten bis zu mehrere Monate überlebensfähig. Auch der Kontakt von Hunden untereinander birgt ein hohes Ansteckungsrisiko, wenn sie sich beschnüffeln oder belecken und so im Fell hängengebliebene Zysten aufnehmen.

Diagnostik

Es gibt zwar neuerdings verschiedene Schnelltests, mit denen der Kot beim Tierarzt auf Giardienbefall hin überprüft werden könnte. Üblicherweise wird jedoch eine Kotprobe ins Labor geschickt, um die Giardiose über einen speziellen Antigen-Test nachzuweisen oder eben auszuschließen.

Solltest du eine solche Untersuchung vornehmen lassen wollen, ist es wichtig, dass du Kotproben von mindestens drei Tagen in einen Sammelbehälter gibst. Die Zysten werden nämlich unregelmäßig ausgeschieden.

Grundsätzlich solltest du darüber nachdenken, auf eine regelmäßige prophylaktische Wurmkur zu verzichten, auch wenn diese von vielen Tierärzten noch angeraten wird. Stattdessen gibst du eine Kotprobe ab und lässt diese auf Parasiten inklusive Giardien untersuchen. Das erspart deinem Hund im besten Fall eine unnötige, aber belastende Wurmkur und ermöglicht eine zielgerichtete Behandlung, falls Parasiten nachgewiesen wurden.

Behandlung

Die Behandlung der Giardiose wird im Allgemeinen mit dem Wirkstoff Fenbendazol eingeleitet. Schlägt dieser nicht an oder besteht ein schwerer Befall, steht mit dem Antibiotikum Metronidazol ein weiterer Wirkstoff zur Verfügung, der allein oder auch in Kombination mit Fenbendazol verabreicht werden kann.

Auf alle Fälle muss nach einer entsprechenden Wartezeit ein erneuter Test erfolgen, um den Erfolg der Behandlung zu prüfen.

Wenn mehrere Tier im Haus leben, müssen sie parallel behandelt werden, um eine Weiterverbreitung und Wiederansteckung zu verhindern.

Worauf leider nicht alle Tierärzte deutlich hinweisen: Sollte dein Hund Giardiose haben, solltest du den Kontakt zu fremden Hunden fairerweise verhindern. Auch den abgesetzten Kot musst du unter allen Umständen einsammeln, damit eine Weiterverbreitung verhindert wird. Hast du einen Hund mit langem Fell, empfiehlt es sich, die Haare um den After herum stark zu kürzen, damit möglichst kein Kot und somit auch keine Zysten hängen bleiben können.

Die Liegeplätze deines Hundes solltest du möglichst heiß reinigen. Giardien sind bis 70 Grad Celsius überlebensfähig. Ein Dampfreiniger wird dir in solch einem Fall für die Textilien, die nicht in die Kochwäsche können, sowie für Hundebetten, Teppiche, Sofas, Böden usw. gute Dienste leisten. Wechsele die Decken deines Hundes jeden Tag aus – am besten verwendest du in so einem Fall Handtücher, die du in die Kochwäsche geben kannst. Trink- und Futternäpfe solltest du täglich mit kochendem Wasser reinigen.

Nach der Behandlung

Metronidazol beeinträchtigt die Darmflora. Aber auch wenn dieses Mittel nicht angewandt werden musste, solltest du nach abgeschlossener Behandlung eine Darmsanierung sowie die Stärkung des Immunsystems in Betracht ziehen.

  • Für die Darmflora deines Hundes eignet sich beispielsweise Joghurt mit rechtsdrehender Milchsäure, den du unter das Futter mischen kannst. Auch mit Heilerde und Bierhefe lassen sich gute Erfolge erzielen.
  • Zur Stärkung des Immunsystems eignet sich unter anderem Echinacea (Roter Sonnenhut) als Kur.

Dein Tierarzt kann dich hierzu ausführlich beraten.

Alternative Behandlungen

Im Internet findest du viele Ratschläge zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten der Giardiose mit Naturheilmitteln. Wenn du eine solche Behandlung ins Auge fassen solltest, lasse dich bitte unbedingt von einem versierten Tierheilpraktiker beraten, nachdem er deinen Hund zuvor untersucht hat. Eine solche Behandlung ist sicherlich schonender für deinen Hund, kann aber länger andauern oder im schlimmsten Fall unwirksam sein.

Teilen:
  • mail

Es gibt 0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.