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Hunde aus dem (Auslands-)Tierschutz

Zu viele Tiere landen zum Beispiel aufgrund eines Todesfalls, wegen Krankheit oder Überforderung der Besitzer „hinter Gittern“. Glücklicherweise wächst das Interesse an Hunden aus dem Tierschutz beständig. Es ist wunderbar, einem solchen Tier ein neues Zuhause zu geben und zu sehen, wie es wieder Vertrauen fasst und aufblüht. Doch es ist wichtig, sich im Vorfeld darüber klarzuwerden, dass man einen Hund mit Vergangenheit bei sich aufnimmt. Ebenso wichtig ist es, genau hinzuschauen, welcher Tierschutzorganisation oder welchem Tierheim man sein Vertrauen schenkt.

Hunde aus dem (Auslands-)Tierschutz

Trägst du dich mit dem Gedanken, einen Tierschutzhund zu adoptieren? Dann sind diese Tipps wichtig für dich:

So erkennst du ein gutes Tierheim oder eine seriöse Tierschutzorganisation

Egal, ob du dich im Inlands- oder Auslandstierschutz nach einem Hund umsiehst – die Verantwortlichen müssen und sollen die Interessenten ganz genau auf ihre Eignung zur Hundehaltung prüfen. Damit soll vermieden werden, dass ein Tier, das bereits ein oder mehrere Male sein Heim verloren oder noch nie eine eigene Familie besessen hat, zum Wanderpokal wird. Deshalb wollen seriöse Organisationen wissen, wie du wohnst, ob alle Familienmitglieder hinter der Entscheidung stehen, ob die Versorgung im Urlaubs- oder Krankheitsfall gesichert ist, ob bereits Erfahrungen in der Haltung und im Umgang mit Hunden vorhanden sind und ob Klarheit über die Folgekosten (Futter, Ausstattung, Tierarzt, eventuell Training) besteht.

Guter Tierschutz zeichnet sich auch dadurch aus, dass die neuen Halter mit dem Neuzugang nicht allein gelassen werden – ganz besonders dann nicht, wenn im Verlauf der ersten Wochen und Monate Probleme auftauchen sollten. Viele Tierschutzvereine und Organisationen arbeiten deshalb mit erfahrenen Trainern und Medizinern zusammen.

Umgekehrt sollten die Fragen der Interessenten so umfassend und ehrlich wie irgend möglich beantwortet werden. Wenn du zum Beispiel Kinder hast, ist es dir natürlich wichtig, dass euer neues Familienmitglied mit den Kleinen keine schlechten Erfahrungen gemacht hat! Auch Verhaltensbesonderheiten und Gesundheitsprobleme des Hundes sollten klar angesprochen werden.

Bereits auf ihren Websites sollten Tierheime und Tierschutzorganisationen über mögliche Erkrankungen bei Hunden aus dem Ausland und deren Behandlung informieren. Besonders wichtig ist der Hinweis, dass auch negativ getestete Hunde unbedingt nach rund sechs Monaten nachgetestet werden müssen. Manche Krankheiten haben eine längere Inkubationszeit, Leishmaniose beispielsweise bis zu sieben Jahre. Viele Erkrankungen brechen unter Umständen erst durch den Umstellungsstress aus.

Der „passende“ Hund

Ganz sicher hast du eine bestimmte Vorstellung davon, wie dein neuer Begleiter aussehen, welche Größe er haben und wie es um sein Temperament bestellt sein sollte. Das ist ganz wichtig, um sich zu orientieren. Dennoch lautet der wichtigste Rat: Bleibe offen! Suchst du nach einem kniehohen Wuschelhund? Womöglich ist es aber genau der kleine, eher unscheinbare und noch etwas schüchterne Kurzhaarmix, der viel besser zu deinen Lebensumständen passen würde…

Wenn du gerne Sport treibst, bist du kaum auf der Suche nach einem älteren, wenig belastbaren Hund. Deine Wahl sollte auf einen Vierbeiner fallen, der Spaß an Bewegung hat und körperlich fit ist. Wenn du Huskys wunderschön findest, aber nicht jeden Tag mindestens 3-4 Stunden draußen unterwegs sein willst, würde euer Zusammenleben sicher schwierig werden…

Hunde mit Vergangenheit – nicht selten ein Überraschungspaket

Üblicherweise sollten dir die Mitarbeiter des Tierheims bzw. der Tierschutzorganisation oder die Pflegestelle Auskunft über Vorlieben, Verträglichkeit und eventuelle Verhaltensbesonderheiten des Hundes geben können.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich das im neuen Zuhause auch so zeigt. Es kann sein, dass von einer Verhaltensauffälligkeit nichts zu bemerken ist, da das Tier endlich zur Ruhe kommen darf. Genauso gut kann ein als absolut anpassungsfähig und unauffällig beschriebener Hund nach einer gewissen Zeit der Eingewöhnung anfangen, alte Traumata aufzuarbeiten und sich plötzlich anders als erwartet verhalten. Du solltest deshalb immer bereit sein, dir gegebenenfalls fachmännische Unterstützung zu holen.

Je nach den Vorerfahrungen des Vierbeiners kann die Eingewöhnungszeit variieren. Im Durchschnitt solltest du mit rund 12 Monate rechnen, bis dein Hund aus dem Tierschutz wirklich in seinem neuen Zuhause angekommen ist.

Ist nach reiflicher Überlegung die Entscheidung für einen Hund aus dem Tierschutz gefallen, steht eines fest: Für ein Lebewesen, eine Hundeseele, die bisher ohne Zukunft war, wirst du die Welt verändern …

Titelbild © usersam2007 – Panthermedia.net
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